Serithai

Schon oft hatten wir vom Serithai ( Schaafenstrasse 63) in Köln am Rudolfplatz gehört. Normalerweise ist es recht schwer dort einen Tisch zu bekommen und das eine oder andere mal waren wir schon beim Versuch einer Reservierung gescheitert. Nun hat es also endlich geklappt und hier der Bericht zu einem unvergesslichen Abend.

Der Tisch war für fünf Personen bestellt. Bekommen haben wir einen nicht zu großen Tisch für vier Personen und einen Stuhl am Kopf des Tisches. Ein großer Gast hätte dann nicht so bequem gesessen - die Frage wo dann Teller und Essen stehen sollte blieb unbeantwortet - die fünfte Person fehlte krankheitsbedingt. Was für ein Glück für uns, die Kellnerin und die kranke Person.

Eine Garderobe war nicht zu finden und wir haben es den anderen Gästen gleich getan. Jacken über den Stuhl. Zur Einstimmung auf einen wunderschönen Abend haben wir vorab Singha Bier bestellt. Singha ist eine thailändische Biersorte, die es in thailändischen Restaurants leider nur in Flaschen gibt. Alternativ gibt es auch ab und an Chang Bier. Eben thailändisches Bier zu thailändischem Essen in thailändischem Ambiente. Im Serithai gab es kein Singha - aber auch kein Chang. Dafür lecker Kölsch und Bitburger. Typisch thailändisch. Wir haben uns dann auf die Cocktails konzentriert, die alle sehr lecker waren.

Die Bedienung war schnell und aufmerksam. Schnell wie eine Schildkröte und mit einem Gedächnis wie ein Sieb. Getränke vergessen, die Hälfte der Vorspeisen vergessen, die falsche Suppe gebracht und dann ungläubig geschaut, die Platten mit den Hauptspeisen verwechselt und den Aschenbecher der anderen beiden Gäste auch nicht leer gemacht als das Essen kam. Kurz gesagt: eine Katastrophe.

Aber wenn das Essen schmeckt, da kann man auch mal über schlechten Service hinwegsehen. Leider war das Essen aber wie die Bedienung. Relativ fade und ohne Pepp. Die Vorspeisenplatte war noch in Ordnung, aber bei Sate-Spießen und Frühlingsrollen kann man nicht viel verkehrt machen. Die Tom Ka Gai war eine kleine Schüssel mit viel Hühnerfleisch. Die Suppe selber war geschmacklich nicht der Renner. Zu wenig Zitronengras. Die zuvor fehlerhaft servierte Tom Yam Gung schmeckte mehr nach fertiger Gewürzpaste als nach frisch zubereitet. Da wir vier Personen waren haben wir uns bei der Hauptspeise für die beiden Platten des Hauses entschieden. So hatten wir insgesamt sechs verschiedene Gerichte zur Auswahl. Nachdem wir also selber festgestellt hatten, das die Bedienung die Platten vertauscht hatte - aber war ja egal - ging es los. Die Gerichte fielen in erster Linie durch Masse auf, weniger durch den Geschmack der thailändischen Küche. In Köln gibt es ein einfaches chinesisches Restaurant, wo man für € 5,90,- das Buffet plündern kann. Unser Essen war natürlich den Preisen der thailändischen Restaurants angepasst - geschmacklich mehr dem erwähnten chinesischen Schnellrestaurant. Kräuter und thailändische Gewürze waren Fehlanzeige. Um es auf den Punkt zu bringen: Für einen Thailänder war das Essen ein schlechter Witz und der Koch sicher kein Thai. Es bleibt zu erwähnen, das der Reis lecker war.

An Ende ging es ans Bezahlen. Ich hatte leider nur Plastikgeld dabei und weil es kein American Express war durfte ich zunächst einmal einen Geldautomaten aufsuchen. Dieser war zum Glück nur ein paar Schritte entfernt.

Unsere Bewertung:

Essen: *

Getränke: * * * *

Service: nix 

Ambiente: * *

 

Fazit: Schlechter Tisch, mieser Service, kein thailändisches Bier, keine authentische thailändische Küche und sehr leckere Cocktails. Die Preise für die servierten Gerichte ganz schön frech. Das Serithai haben zweimal besucht. Das erste und das letzte Mal. Eine Beleidigung für die thailändische Küche und sicher ein tolles Essen für all jene Gäste, die die berühmte thailändische Küche nur vom Namen kennen.