Bologna

 

Bologna - die Fette, die Rote, die Gelehrte

 

Was hatten wir im Vorfeld über Bologna gehört ?? Die Stadt Bologna hat die Beinamen: Die Gelehrte, die Rote , die Fette. Attribute, die viel über die Stadt und das Lebensgefühl der Bewohner aussagen. Bei unseren Vorplanungen hatten wir Probleme Informationen über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu bekommen. Reiseführer über die Stadt Bologna gibt es in Deutschland keine, wohl aber über die Region Emilia Romagna. So haben wir uns mit spärlicher Lektüre auf den Weg in die Stadt gemacht ....nachfolgender Bericht soll in erster Linie eine Hilfestellung für all diejenigen sein , die nach uns reisen werden. Und wer mag, kann unseren Reisebericht über Bologna lesen.

Die Ankunft:

Der Flughafen liegt nur wenige Kilometer außerhalb von Bologna und die Innenstadt ist mit dem Flughafenbus schnell für € 4,50 bei einer Fahrtzeit von unter 30 Minuten zu erreichen.

Der Hauptbahnhof und die Verkehrsmittel

Der Hauptbahnhof befindet sich zentral in Bologna. Von dort aus fahren die Busse in alle Richtungen in die Stadt und Randbezirke. Im innerstädtischen Bereich kostet das Busticket € 1,- mit einer Gültigkeit von 60 Minuten und in die Randbezirke mit einer Entfernung von bis zu 18 Kilometern € 1,60,- bei einer Gültigkeit mit bis zu 75 Minuten. Die Bustickets gibt es aber niemals (außer beim Flughafenbus) beim Fahrer, sondern in einem der hunderten Tabakgeschäfte. Hier macht es Sinn gleich ein paar mehr zu horten.

Wenn man dann also an der Strasse steht und auf seinen Bus wartet, dann sollte man dem Fahrer ein Zeichen geben, das man mitgenommen werden möchte – ein Haltesignal mit dem rechten Arm – und schon hält der Busfahrer. Eingestiegen wird grundsätzlich nur vorne und dann schnell die Fahrkarte in den Knipser. Dabei sollte man sich festhalten. Denn Zeit ist Geld ...und Zeit bei dem Verkehr kostbar. Ausgestiegen wird folglich NUR in der Mitte. Ansonsten gibt es nicht viel zu beachten und viel zu beobachten. Auf einer Busfahrt von knapp einer halben Stunde kann man dann je nach Tageszeit unendlich viele Klingeltöne von Handys hören und einen Überblick über die neusten Modelle bekommen. Wir haben uns in diesem Zusammenhang übrigens gefragt, ob telefonieren über das Handy in Bologna nichts kostet .

Was schaue ich mir wo und wann an ??

Unser erstes Ziel war das örtliche Touristoffice der Stadt Bologna, direkt am Piazza Maggiore unter den Arkaden. Hier gab es kostenlose Stadt- und Busfahrpläne, wo alle Strecken aufgeführt waren. Außerdem gibt es zum Preis von € 7,50,- einen umfangreichen Stadtführer in deutscher Sprache. Die Mitarbeiterinnen sprachen übrigens auch gut Deutsch und Englisch.

Gut ausgestattet konnte es also losgehen. Wir haben Bologna in drei Tagen in soweit abgelaufen, das wir sagen können wir haben viel gesehen und haben dabei auch erfahren, warum die Stadt seine Beinamen bekommen hat.

Die Rote: das kann man sicherlich politisch sehen, denn die italienische Linke hat dort feste Wurzeln. Andererseits sind viele Gebäude und deren Dächer in angenehmen roten Farbtönen erbaut und die Sonne erledigt an den Bauwerken den optischen Rest.

Die Gelehrte: Bologna verfügt über die älteste Universität Europas und jeder 5. der 384.000 Einwohner soll ein Student sein.

Die Fette: Wer durch die Stadt bummelt und all die Geschäfte mit Schinken, Käse, Trüffeln, Antipasti sieht, die vielen Restaurants und deren Speisekarten liest, der wird schnell erkennen, was ich meine. Der Bewohner von Bologna ißt gerne, deftig und gut.

Die Touristenziele:

Sie alle zu nennen würde sicher den Rahmen sprengen, von daher begnüge ich mich mit einer Auflistung. Der Piazza Maggiore mit dem großen Vorplatz und der Kirche, die Due Torri, die Kathedrale S. Pietro , die Kirche Giovanni Battista die Celestini, , die Basilika S. Martino, zum Entspannen den Parco della Montagnola, das Universitätsgelände und die vielen Museen. Nicht zu vergessen die bekannte Via Indipendenza. Hier kann man in Ruhe bummeln, und das im Schatten der kilometerlangen Arkaden, die einen vor der Sonne schützen. Alleine schon das Bummeln unter den Arkaden ist im Hochsommer ein Genuss.

Essen und Trinken

Beides kann man in Bologna reichlich. Es gibt unzählige kleine Restaurants und Trattorias . Darüber hinaus natürlich auch Pizzaketten und die Mc Donalds. Wer mag kann sich aber auch einfach etwas Brot, frischen Schinken und Käse kaufen...... einen der vielen Plätze aufsuchen , auspacken, beobachten und Essen. Wer sich allerdings für ein Essen im Restaurant entscheidet sollte folgendes beachten:

Der Tisch wird einem oft noch - wie zu alten DDR – Zeiten in Berlin – vom Kellner zugewiesen. Das Coperto ( man benötigt ja Besteck) kostet in der Regel mindestens € 2,- pro Person und das mit der Rechnung ist auch nicht immer wie bei uns. Nach vielen Jahren Pause ( in Rom war uns das in diesem Jahr nicht aufgefallen) von Italien wollten wir nach dem Essen bezahlen und haben nach der Rechnung verlangt. Den Abreißzettel mit Durchschlag auf dem Tisch hatten wir übersehen. Der Kellner kam irgendwann mürrisch an und hat uns diese dann gebracht. Und weil er das Geld irgendwie nicht abholen wollte , haben wir es auf den Tisch gelegt und sind gegangen. Bei unserem nächsten Besuch war der Service dann etwas schlechter und langsamer. Was hatten wir verkehrt gemacht ?? Wenn auf dem Tisch diese Abreißzettel liegen, dann geht man damit irgendwann an die Kasse und zahlt dort. Trinkgeld schmeisst man in ein Glas. Zugegeben, man hätte uns ja über diese Vorgehensweise informieren können... aber das hielt keiner für notwendig.

Preise: Wir waren zweimal in Bologna essen. Wir hatten jeweils zwei Pizza , einen Salat, einen Liter Wein, eine Flasche Wasser und zwei Amari. Der Preis lag inklusive Coperto zwischen € 43 – 48 ,- zzgl. Trinkgeld. In den Restaurants zahlte man für ein Menü ohne Getränke je nach Lage und Qualität € 25 – 50,- pro Person und mehr.

Einkaufen:

Natürlich sind alle großen Modehäuser auch in Bologna vertreten, die Mode ist chic und hat den entsprechenden Preis. Selbst im Schlussverkauf deftig. Dafür hat man aber auch die Mode gesehen, die bei uns irgendwann mal kommen wird.
Als Freund der italienischen Küche galt mein besonderes Augenmerk natürlich den Leckereien der Region. Insbesondere Antipasti, Grappa , Salami, Schinken und Käse. Käse..... hier in erster Linie der köstliche Parmesankäse, der Parmigiano Reggiano. Man hüte sich in diesem Zusammenhang in einem Käsefachgeschäft einfach einen Parmigiano zu bestellen. Das heisst dort eben Parmigiano Reggiano und drückt die Verbundenheit des Bürgers zu den Produkten der Region aus. Beim Parmigiano unterscheidet man übrigens nach der Dauer der Lagerung : 12, 24 oder 36 Monate (mesi) sind hier die Qualitäts- und Geschmackskriterien. Die Preisspanne pro Kilo liegt hier zwischen € 13- 17,- je Kilo.

In Bologna gibt es an zwei Tagen in der Woche Markt, nämlich Freitag und Samstag. Leider waren wir an den falschen Tagen da. Eingekauft haben wir unsere Produkte in einem großen Einkaufszentrum, dem Centro Lame. Zu erreichen mit den Buslinien 17,18 und 84. Hier gibt es alles was das Herz und der Magen begehrt und natürlich die Möglichkeit mit Kreditkarte oder EC – Karte zu bezahlen. Wir haben es geschafft, über 20 kg Käse , Salami, Grappa, Kaffee der Marke Sega Fredo, Antipasti etc. rauszuschleppen und dann zu Hause zu verspeisen. Solltet ihr ein Hotel suchen, empfehle ich eines in der Innenstadt . Wir haben da leider einen Fehler gemacht und haben das Top Park Hotel Bologna gebucht. Und hier geht es zum Reisebericht über die vier Tage in Bologna und Firenze